Mit Sicherheit durchs Internet!
"Kommt, wir gehen ins Internet!"
Manche Kinder ziehen sich bei solchen Aufforderungen noch aufgeregt die Gummistiefel an und rennen zur Haustür. Irgendwann wissen sie aber, dass sich in einem Computer eine äußerst spannende Welt verbirgt und dass man dahin auch ohne Schuhe gelangen kann. Irgendwann machen alle Kinder ihre ersten Schritte ins Netz. Sie wollen das Sandmännchen einfliegen lassen, Mausspots abspielen, sie wollen Elefantentorten schmeißen und sie wollen immer wieder "TOM und das Erdbeermarmeladebrot mit Honig" in den Wald schicken. Sie entdecken YouTube und den Knutsong oder die Hits aus der Sesamstraße. Sie schauen, spielen, malen, klicken, lernen, drucken aus. Den Umgang mit der Maus haben sie schnell raus - nach nur wenigen Klicks.
Ist das nicht viel zu gefährlich? Seiten mit Inhalten, die für Kinder nicht geeignet sind. Passwortabfragen, Dateneingaben, Kettenbriefe, Viren, Trojaner, unbetreute Chats oder Spams. Im Internet wimmelt es nur so vor gefährlichen Dingen. Kein Wunder, sind Eltern da oft hilflos. Ab wann ist es überhaupt sinnvoll, bei Kindern das Medium Internet ins Spiel zu bringen? Eine Antwort darauf kann es natürlich nicht geben. Das hängt von vielen Faktoren ab: z.B. von der Internetaffinität der Eltern und auch von ihrer Bereitschaft, die Kinder auf ihren Internetwegen zu begleiten.
Eines ist natürlich klar und überaus sinnvoll: Sobald Kinder das Internet erobern, muss es klare Regeln geben. Kinder dürfen nicht ungeschützt durchs Internet surfen. Da helfen auch keine Filter weiter - weder positive noch negative.
Zur Erklärung: Es gibt Filtersysteme, mit denen man entweder Internetseiten ausschließen oder überhaupt nur erreichen kann. In die positiven Filter werden Seiten aufgenommen, die man für kindertauglich hält. Mit den negativen Filtern werden ungeeignete ausgeschlossen. So surfen Kinder in einem vermeintlich sicheren Bereich. Sicher? Natürlich nicht, denn viel zu schnell können sich Inhalte von Websites ändern. Und wie soll es möglich sein, alle negativen Seiten auszuklammern? Und in der Nachbarschaft oder bei Freunden stehen filterlose Computer...
Medienkompetenz schützt!
Der beste Schutz für Kinder im Internet ist es, Medienkompetenz zu erwerben! Das heißt: sich mit dem Internet auszukennen, es für sich zu nutzen wissen, die Gefahren zu kennen und sich an die Regeln zu halten. Das setzt natürlich eine intensive Begleitung der Eltern, Einhaltung von Regeln, strikte Absprachen und ein Vertrauensverhältnis zwischen Eltern und Kindern voraus!
Wichtig ist, dass Eltern gemeinsam mit ihren Kindern im Internet unterwegs sind - vor allem, wenn die Kinder noch klein sind oder es die ersten Internetschritte sind. Wichtig ist auch, über das Internet zu sprechen und zu klären, was es dort alles gibt - nämlich alles!
Bereits Schulkinder können eine Seite analysieren lernen: Kommt mir hier etwas komisch vor? Wer macht diese Seite? Will derjenige etwas Bestimmtes bezwecken? Wer eine Seite als Informationsquelle nutzen will, sollte z.B. auch mindestens zwei andere Quellen im Internet hinzuziehen können. Weiterhin ist natürlich wichtig zu checken, ob Daten angegeben werden müssen. Und wenn ja, macht eine Datenweitergabe überhaupt Sinn? Werden die Angaben an Dritte weitergegeben? Und auch das ist wichtig: Muss ich etwas bezahlen?
Webtipps für die Kleinsten:
Tom und das Erdbeermarmeladebrot mit Honig
Neue Farben für die Tigerente
Morgen OLI!
Unser Sandmännchen
Sendung mit der Maus
Die Seite mit dem Elefanten
Webtipps für Schulkinder:
www.kindernetz.de
www.tivi.de
www.geolino.de
www.wasistwas.de
Autorin: Ursi Zeilinger
Zur Information: Ursi Zeilinger ist Diplom-Medienpädagogin. Seit 2000 ist sie Redakteurin beim SWR Kindernetz. Sie hat selbst zwei kleine Kinder, die am liebsten bei TOM surfen oder den Knutsong hören ...

























